#rp26-Sprecher Mazda Adli: Wie Städte auf unsere Psyche wirken

05.03.2026 - Laut, hektisch, grau? Auf den ersten Blick wirken Städte nicht wie Wohlfühlorte. Der Psychiater und Stressforscher diskutiert auf der #rp26, was es braucht, damit sie es sein können.
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Foto von Mazda Adli. Er trägt Anzug und Hemd und hält seine Arme vor der Brust verschränkt. Er steht vor einer Bücherwand.
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Trotz Verkehrschaos, Lärm, Umweltverschmutzung: Die Bevölkerung in den Städten steigt – und somit auch die Anzahl stressgeplagter Stadtbewohner*innen. Berlin gilt offiziell sogar als “Stresshauptstadt”. Aber warum eigentlich?  Lange Zeit war nur wenig darüber bekannt, wie genau sich das Stadtleben auf unsere Psyche und Emotionen auswirkt. Das interdisziplinäre Forschungsgebiet der Neurourbanistik will das ändern. 

Inzwischen wissen wir: Besonders Räume für soziales Miteinander spielen eine große Rolle für unser psychisches Wohlbefinden. Sie wirken sozialer Isolation entgegen – einer der größten Faktoren für psychische Erkrankungen im städtischen Raum. Auch Grünflächen, kulturelle Vielfalt und Orte, die einen Wechsel zwischen Stimulation und Entspannung ermöglichen, machen Städte lebenswert. So etwas wie die ideale Stadt gäbe es nicht, so Mazda Adli weiter. Stadtplaner*innen können jedoch viel dazu beitragen, dass Menschen sich dort wohler fühlen. Wie müssten Städte aussehen, um psychische Gesundheit zu fördern? Antworten darauf gibt der Psychiater und Stressforscher auf der #rp26.  

Der Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin & Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin forscht seit langer Zeit zu affektiven Störungen, Stress und Präventionsstrategien. Darüber hinaus initiierte er das Interdisziplinäre Forum Neurourbanistik, welches 2018 als „Ausgezeichneter Ort“ im Innovationswettbewerb der Bundesregierung „Deutschland – Land der Ideen“ geehrt wurde. Auch sein 2017 veröffentlichtes Buch „Stress and the City“ behandelt die Frage nach den Auswirkungen des Großstadtlebens auf die Psyche ihrer Bewohner:innen. Gefördert von der Berlin University Alliance und gemeinsam mit dem Futurium entwickelte er außerdem mit dem Interdisziplinären Forum Neurourbanistik das Citizen-Science-Projekt „Deine emotionale Stadt“, das 2022 gestartet ist und den Einfluss von städtebaulichen und sozialen Faktoren auf das psychische Wohlbefinden erforscht.