#rp26-Sprecher Quinn Slobodian: Muskismus und die Automatisierung von Zustimmung

19.02.2026 - X und Grok verwenden Daten ohne Zustimmung der Nutzer*innen. Der Historiker spricht darüber, wie Elon Musk versucht, sich hierfür Legitimität zu sichern.
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Foto von Quinn Slobodian. Er schaut in die Kamera, trägt einen Pullover und hat seine Hand aufgestützt.
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privat

Elon Musk hat sich ein Imperium aufgebaut. Allerdings gibt es ein drängendes Problem: die Plattform X und deren Chatbot „Grok“ verwenden Daten und Inhalte ohne Zustimmung der User. Dazu gehören etwa die unerlaubte Benutzung von Inhalten der Nutzer*innen für das KI-Training oder für die Erstellung von Deepfakes.

Auf der re:publica 26 wird der Autor und Wissenschaftler Quinn Slobodian in Anlehnung an sein aktuelles Buch darüber sprechen, wie Musk versucht, sich durch seine Social-Media-Plattform und den dazugehörigen Chatbot „Grok“ Legitimität zu sichern – und letztendlich die Zustimmung der Nutzer*innen zu automatisieren.

Während die Internetkultur mit „Godwins Gesetz“ noch ironisch feststellte, dass mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion ein Nazi-Vergleich immer wahrscheinlicher werde, drängt Musk den Diskurs bewusst in Richtung „MechaHitler“. Quinn argumentiert, dass dieser „Cyborg-Konservatismus“ uns mit Inhalten überschwemmt, die Hierarchien und soziale Ausgrenzung normalisieren sowie Außenseiter als Schädlinge und Viren sehen, die bekämpft werden müssen.

Quinn Slobodian lehrt internationale Geschichte an der Boston University. Zu den von ihm veröffentlichten Büchern gehören „Globalists“, „Crack-Up Capitalism“ und „Hayek’s Bastards“. In Kürze erscheint sein zusammen mit Ben Tarnoff verfasstes Buch „Muskismus. Aufstieg und Herrschaft eines Technoking“. Quinn hat für die New York Times, die New York Review of Books, die Financial Times, Spike und andere geschrieben. Er ist Guggenheim-Stipendiat und war Stipendiat am Chatham House, in Harvard und an der Freien Universität Berlin.