#rp26-Sprecherin Gilda Sahebi: Verbinden statt Spalten

23.02.2026 - Die Journalistin, Autorin und Ärztin spricht auf der re:publica 26 über Spaltung als Herrschaftsinstrument – und zeigt wirksame Gegenstrategien.
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Foto von Gilda Sahebi. Sie blickt lächelnd in die Kamera, trägt mittellange Haare und Creolen
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Hannes Leitlein

Leben wir in einem Land voller Drama, Gegeneinander und Spaltung? Wer heute auf die deutsche Gesellschaft oder in einige Tageszeitungen schaut, könnte auf diesen Gedanken kommen. 

Die Journalistin, Autorin und Ärztin Gilda Sahebi ist anderer Meinung: „Das ist eine Lüge. Wir sind nicht gespalten. Aber wir sollen es glauben.“ Denn Spaltung sei vor allem ein Herrschaftsinstrument. Eine Gesellschaft, die in sich gespalten ist (oder zumindest so erscheint), die gegeneinander kämpft anstatt mit- und füreinander, ist der Willkür von Herrschaft leicht ausgesetzt.

Aus diesem Grund setzen autoritäre Kräfte – heute und in der Vergangenheit – stets auf Spaltung. Ob Donald Trump, die AfD oder Wladimir Putin: Sie müssen einen Teil der Bevölkerung davon überzeugen, dass es eine „gute“ und eine „böse“ Seite gibt – wer sie unterstützt, ist auf der „guten“ Seite, im Kampf gegen „das“ Böse. Und: Im Kampf gegen das Böse ist alles erlaubt. Fehlende Empathie und Mitgefühl für die „andere“ Seite ist Treibstoff für Gewalt und Krieg. 

Für Gilda ist der erste Schritt daher immer mehr Wissen: „Was ich nicht sehe, kann ich nicht verändern“. Auf der re:publica 26 wird sie unter anderem darüber sprechen, welche Spaltungserzählungen in Deutschland besonders wirkmächtig sind – und warum. Außerdem stellt sie ein wichtiges Gegenmittel vor: Verbindung.

Gilda Sahebi ist ausgebildete Ärztin und studierte Politikwissenschaftlerin. Als freie Journalistin beschäftigt sie sich unter anderem mit autoritären Systemen, gesellschaftlicher Polarisierung sowie deutscher Innen- und Außenpolitik. Sie ist Autorin für die „taz“ und den „Spiegel“ und arbeitet unter anderem für die ARD. Ihre Bücher „Unser Schwert ist Liebe. Die feministische Revolte im Iran“ und „Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten“ erschienen 2023 und 2024. Ihr aktuelles Buch „Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung“ erschien im September 2025.