re:publica 26
18.-20. Mai 2026
STATION Berlin
Frauen erfahren Gewalt – und das zunehmend digital. Besonders betroffen sind dabei diejenigen, die öffentlich sichtbar sind. „Was vor zehn Jahren noch für eine aufgeregte Offline-Debatte gesorgt hätte, empfinden wir heute schon als Business as Usual”, sagt Ingrid Brodnig. Wie können wir mit der Verrohung und der Normalisierung von Hass gegen Frauen im Netz umgehen? Für die Autorin und Journalistin liegt der Schlüssel darin, die Mechanismen digitaler Gewalt zunächst zu erkennen und aufzudecken, um schließlich gezielter reagieren zu können und Gegenstrategien zu entwickeln.
In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Feindbild Frau" hat Ingrid Brodnig konkrete Fälle gesammelt und gezeigt, nach welchen Logiken digitale Gewalt gegen Politikerinnen funktioniert. Ergänzend zur Problemanalyse liefert sie auf der #rp26 aber auch Empfehlungen auf gesellschaftlicher sowie individueller Ebene: Was kann beim Mobilisieren einer Gegenöffentlichkeit helfen? Wo lohnt es sich überhaupt noch zu antworten oder etwas einzuordnen – und wo brauchen wir hingegen einen effektiven Schutz durch den Rechtsstaat? Und wie kann der aussehen? Ingrid Brodnig zeigt in ihrer Session auf, was falsch läuft – und ermutigt, sich gegen digitale Gewalt zu wehren.
Ingrid Brodnig ist Journalistin und Autorin. In ihrer mehrfach ausgezeichneten Arbeit beschäftigt sie sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung und der Debattenkultur im Netz. Darüber hinaus gibt sie Workshops und Tipps, wie man auf Phänomene wie Hassrede und Desinformation reagieren kann. Insgesamt hat sie dazu sieben Bücher verfasst, unter anderem „Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können” (2016) und „Einspruch! Fake News und Verschwörungsmythen kontern" (2021). Für die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ schreibt sie außerdem regelmäßig eine Kolumne.