#rp26-Sprecherinnen Anne Rabe & Yasmine M’Barek: Ohne Moral keine Demokratie?

16.03.2026 - Die Schriftstellerin Anne Rabe spricht auf der re:publica 26 über Werte, Macht und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Journalistin und Autorin Yasmine M’Barek moderiert.
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Foto von Anne Rabe und Yasmine M'Barek
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Annette Hauschild (Anne Rabe) & Leonie Braun (Yasmine M’Barek)

Moral ist für einige zum Reizwort geworden oder gilt als naiv oder störend. In ihrem Essay „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“ hält Anne Rabe dagegen: Moral ist kein sentimentaler Zusatz, sondern das Fundament demokratischer Gesellschaften. Die Schriftstellerin hinterfragt, „ob wir uns in einer sich rasant verändernden Welt das Zurücktreten von moralischen Ansprüchen und Ideen tatsächlich leisten können.“ 

In der Vergangenheit war die Verachtung der Moral immer „wieder Motor reaktionärer und auch gewalttätiger Bewegungen“. Vor allem dort, wo Moral missbraucht wird, um Menschen zu unterwerfen – etwa in Diktaturen – kommt es zu Gewalt. Mehr denn je ist es daher wichtig, sie aktiv zu verteidigen.

Wie ideologiefrei kann eine Debatte überhaupt sein? Wie finden wir jenseits von Lagerdenken gemeinsame Lösungen? Und was bedeutet es im Sinne des re:publica 26-Mottos „Never Gonna Give You Up“, moralische Überzeugungen auch in harten, polarisierenden Zeiten nicht aufzugeben?

Auf der re:publica 26 wird Anne Rabe darüber sprechen, welche Moraldefinition ihrem Buch zugrunde liegt – die Gleichwertigkeit aller Menschen – und was daraus politisch folgt. Anhand von Debatten um Armut, Migration, Klimapolitik sowie Rechts- und Radikalisierungstendenzen wird sie beleuchten, wie moralische Bezugspunkte im öffentlichen Diskurs zurückgedrängt werden, und welche Folgen das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hat. Yasmine M’Barek moderiert das Gespräch.

Anne Rabe ist Schriftstellerin. Für ihre Theaterstücke bekam sie zahlreiche Preise und Stipendien. Sie war Teil des Autorenteams der Comedy-Serie „Warten auf'n Bus“. In ihren Essays und Artikeln beschäftigt sie sich mit der Gewaltgeschichte Ostdeutschlands, sexualisierter Gewalt und mit dem Aufstieg der Rechtsextremen in Deutschland und Europa. Im Frühjahr 2023 wurde ihr Debütroman „Die Möglichkeit von Glück“ veröffentlicht. Der Roman landete nicht nur auf den Shortlists für den Aspekte-Literaturpreis und den Deutschen Buchpreis, sondern auch auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Annes erstes Sachbuch „Das M-Wort. Gegen die Verachtung der Moral“ ist im August 2025 erschienen.

Yasmine M’Barek ist freie Autorin und Journalistin bei der ZEIT. 2020 wird sie vom „Medium Magazin“ unter die „Top 30 unter 30“-Journalist*innen gewählt. Nach „Radikale Kompromisse“ und „Protest – Über Wirksamkeit und Risiken des zivilen Ungehorsams“ erschien zuletzt ihr Essayband „I feel you – Über Empathie“. Bis 2025 interviewte sie im ZEIT Podcast „Ehrlich jetzt?“ deutsche Spitzenpolitiker*innen. Im Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ bespricht sie mehrmals pro Woche mit ihren Gästen oder dem Co-Host Markus Feldenkirchen tagesaktuelle News zwischen Politik und Popkultur. Als Expertin für deutsche Innenpolitik ist Yasmine regelmäßig in politischen TV-Talkshows zu Gast.